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Geliebte Janes

Sarah Gottschalk und Nike van Dinther sind seit 14 Jahren beste Freundinnen und seit knapp 2 Jahren auch beruflich verbandelt – mit ihrem Blog This is Jane Wayne. Wir haben die beiden letzte Woche in Berlin besucht und wissen seitdem, dass Nike früher neidisch auf Sarahs Buffalos war, weil sie keine durfte. Was wir sonst noch rausgefunden haben:





Und dann waren da natürlich noch tausend andere Fragen zu klären. Zum Beispiel, was der Unterschied zwischen einem Blog und einem Magazin ist oder wie man eigentlich ein erfolgreicher Blogger wird. Die ausführlichen Antworten gibt's hier, bitteschön:

ASOS: Warum musste es denn ausgerechnet ein Blog sein? Wolltet Ihr nichts Vernünftiges machen?

Sarah: Die Realität ist so bitterböse, das wir die Perlen aus der virtuellen Welt für uns und unsere Leser raussuchen wollen. 

Nike: Das kam bei uns aus einem inneren Drang heraus. Wir haben beide Journalismus studiert und waren sowieso schon viel in der online Welt unterwegs. Irgendwann findet man einfach so viele Sachen die man gerne teilen will das man nicht mehr weiß wohin mit allem. Dann war ein Blog auf dem man komplett selbst entscheiden kann was man teilt und was nicht die logischste Alternative. Als es irgendwann ein bisschen größer geworden ist haben wir natürlich überlegt was können wir machen das es nicht so ein Einheitsbrei wird sondern wirklich einen Mehrwert hat. Es klingt vielleicht pathetisch aber bei uns steht auch die Liebe zum geschriebenen Wort im Vordergrund. Wir teilen schließlich nicht nur Bilder sondern auch Texte, freie Texte über Dinge die Mädchen in unserem Alter interessieren.

Sarah: Letztendlich fehlte uns etwas. Die Lücke wollten wir mit This Is Jane Wayne füllen.

Nike: Fundierte, analytische Informationen gepaart mit persönlichen Dingen wo auch mal einer sagt, Hey Leute mir geht’s heute echt superscheiße oder ich hab heute nen Clown gefrühstückt, ich feiere. Dieser Zusammenschluss aus persönlicher und objektiver Ebene, das gibt es doch nicht so oft wie man vielleicht annehmen würde.

ASOS: Seht ihr euch eher als Blog oder als Magazin?

Sarah: Irgendwie schon ein Magazin aber wir sind natürlich ganz klar ein Blog. Wir zeigen persönliche Sachen.

Nike: Es ist sehr gefühlsgeleitet. Der Blog kann in der einen Woche sehr informativ sein und gespickt mit Lookbooks. Dann ist einem wieder überhaupt nicht danach weil man alles einfach nur doof findet. Man will aber auch nicht nur meckern. Dadurch wird es in der nächsten Woche viel persönlicher.

ASOS: Habt Ihr ein paar Tipps, wie man erfolgreicher Blogger wird?

Nike: Man muss einfach krasses Durchhaltevermögen haben. Man darf den Spaß nicht verlieren. Man muss eine Vision vor Augen haben, was man überhaupt machen will, wie man sich abheben kann. Und man muss versuchen man selbst zu bleiben. Sich nicht zu sehr an anderen Blogs oder Stilen orientieren, es muss aus einem selbst raus kommen. Es eine Illusion zu sagen, ich mach nen Blog und dann lebe ich ein Jahr später davon. Das passiert vielleicht einer Leandra von The Man Repeller, aber in Deutschland ist das auch nochmal schwieriger. Wir machen immer noch hundertmillionen Projekte als Freelancer nebenbei. Auch weil’s uns Spaß macht und wir unseren Horizont erweitern wollen, aber wir haben uns echt eineinhalb Jahre durchgebissen, haben am untersten Limit gelebt. So richtig richtig. Und man muss ein gutes Herz haben und nett zu Menschen sein. Es funktioniert nicht, wenn man denkt, ich bin eh der Coolste und Beste.




Sarah: So ein Blog ist auch eine Findungsphase. Du startest selten mit etwas und bist schon perfekt oder ausgereift. Das war bei uns ja auch so. Wir fanden am Anfang Sachen gut, die wir vielleicht heute nicht mehr so geil finden, schämen uns aber deshalb nicht dafür. Auf jeden Fall durchhalten, Kontakte knüpfen, auf die Straße gehen.

Nike: Und ehrlich sein, auch mal sagen, wenn man was doof findet. Vor allem auch Sachen ablehnen, die doof sind, selbst wenn’s dafür Geld gibt. Sonst denken die Leser irgendwann, was ist das denn jetzt? Und was absolut kontraproduktiv ist, ist Konkurrenzverhalten an den Tag legen. Denken, ich verlinke jetzt niemand anderen, sonst liest man meinen Blog nicht mehr. Das ist völliger Quatsch. Nur weil ich die Quest lese, les ich trotzdem auch die Indie oder wenn ich Vogue lese, lese ich trotzdem auch die Elle. Man muss lernen, sich gegenseitig zu feiern und andere anzuerkennen. Wenn man  wirklich ehrlich anderen Respekt gegenüber bringt die auch in der Blogosphäre sind, dann hat man’s auch leichter reinzukommen.

Sarah: Es ist eine Gemeinschaft und die sollte man auch leben. Und man sollte anderen Raum und eine Plattform geben. Dann kommt das zurück. Dann wird man auch bei anderen verlinkt.

Nike: Man muss keine Angst davor haben, dass man schlechter ist als die anderen, das gibt es nicht, und am Ende entscheidet sowieso der Leser. Es ist zwar eine Floskel aber wie bei allem im Leben, zusammen geht’s halt besser. Credits setzen ist zum Beispiel super wichtig. Wenn ich meinen Reader durchgehe und sehe, jemand hat etwas vorher schon behandelt, den ich für seine Arbeit schätze, dann setze ich einen Credit oder erwähne ihn im Einleitungstext.

ASOS: Habt Ihr ein Idol?

Sarah: Ich habe Vorbilder in meinem Freundeskreis, Nike ist ein Vorbild für mich, aber ich habe keinen Star den ich verehre für seinen Stil oder für seine Art und Weise.

Nike: Ich schon. Also jetzt fernab von meiner Familie und meinen Freunden finde ich Suzie Menkes ist einfach der Knaller. Sie zeigt einfach dass man nur weil man Ahnung hat nicht immer gleich so aussehen muss als käme man gradewegs vom Laufsteg. Und Chloé Sevigny finde ich so authentisch wie fast niemanden. Und ich bin ein großer Fan von Courtney Love während ihrer Hole Zeit. Und Sartre. Da hätte ich gern, dass der mit mir verwandt wäre.

ASOS: Dankeschön!



Die Top 10 Auswahl von Nike und Sarah gibt's hier.

Zum Blog This is Jane Wayne geht's hier lang.